Orientierung im Business – in fünf Schritten zur Unternehmensvision

Haben Sie eine Vision? Ein Zukunftsbild für Ihr Unternehmen? Die Unternehmensvision ist ein Leitstern. Ein Orientierungspunkt. Etwas, an denen Sie, Ihre Mitarbeiter, Partner und Kunden ankoppeln können und was sie gleichzeitig begeistert. In schnelllebigen disruptiven Zeiten ist eine stabile Unternehmensvision wertvoller denn je. Im mosaiic Impuls erfahren Sie, was eine gute Vision ausmacht und wie Sie diese in wenigen Schritten aufstellen.

Die 7 Eigenschaften einer guten Unternehmensvision

Eine Unternehmensvision beschreibt das ‘Warum’ Ihres Unternehmens. In Fragen ausgedrückt:

  • Warum gibt es uns am Markt?
  • Weshalb tun wir, was wir tun?
  • Wo wollen wir mit unserem Unternehmen hin?

Im Zentrum steht also der Sinn, den Sie mit Ihrer Unternehmung verfolgen und in Form eines prägnanten Leitsatzes anbieten.

Auf den amerikanischen Schriftsteller Mark Twain geht der Satz zurück:

“Wer nicht weiß wohin er will, der muss sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt.”
– Mark Twain

Die Vision gibt für Ihr Unternehmen die Destination vor, das große Ziel wohin die Organisation strebt.

Wann haben Sie eine gute Unternehmensvision?

Aus unseren Erfahrungen zeichnet sich eine ansprechende Vision durch folgende Eigenschaften aus:

  1. Zukunftsbezogen
    Eine gute Vision malt ein positives Bild für die Zukunft. Einfach, kurz und in prägnanter Form.
  2. Richtungsgebend
    Eine gute Vision fokussiert auf ein großes Ziel, ohne die Details der Reise dorthin vorwegzunehmen. Sie macht die Handlungen des Unternehmens effektiv, schützt die Mitarbeiter vor dem “sich verzetteln”.
  3. Zeitlos
    Eine gute Vision ist zeitlich nicht fixiert. Sie definiert kein Datum oder Ereignis, nachdem sie nicht mehr gültig ist.
  4. Nützlich
    Eine gute Vision stiftet Mehrwert. Nicht nur für das Unternehmen, sondern insbesondere für anderen. Je größer dieser Mehrwert und je mehr Personen diesen genießen können, desto besser.
  5. Emotional
    Eine gute Vision begeistert, holt Kunden, Mitarbeiter und Partner ab. Positiv formuliert vermittelt sie ein “Ich muss dabei sein”-Gefühl und spendet in schwierigen Situationen Energie.
  6. Unverwechselbar
    Eine gute Vision positioniert Ihr Unternehmen. Sie differenziert Ihre Organisation von den Wettbewerbern.
  7. Glaubwürdig
    Eine gute Vision passt zu Ihrem Unternehmen. Sie unterstützt dessen Wahrnehmung am Markt, insbesondere bzgl. Werte, Ziele und Angebote.

Hinweis: Das Kriterium 7 trägt für bestehende Unternehmen, nicht jedoch für Neugründungen und StartUps ohne wirtschaftliche Vergangenheit.

Werden wir nun konkret und schauen auf die Vision der Online Enzyklopädie Wikipedia:

“Stell dir eine Welt vor, in der jeder einzelne Mensch freien Anteil an der Gesamtheit des Wissens hat.“
– Wikipedia

Im Gegensatz dazu ein Beispiel für eine schlechte Unternehmensvision:

“Wir werden der Marktführer und bieten die beste Angebotsqualität zu den günstigsten Preisen.“

Weder ist diese Vision emotional und nützlich noch ist die glaubwürdig und unverwechselbar. Sie konzentriert sich auf das ‘Was’ und ‘Wie’ und nicht auf das ‘Warum’ eines Unternehmens.

In 5 Schritten eine Unternehmensvision aufstellen und verankern

Eine gute Unternehmensvision erarbeiten Sie im Team. Durchlaufen Sie dazu die folgenden Schritte:

  1. Blicken Sie auf die Vergangenheit Ihres Unternehmens sowie dessen aktuelle Werte und leiten Sie daraus eine Vision für die Zukunft ab. Geschichten, Anekdoten und Stories in und über Ihr Unternehmen sind wahre Fundgruppen in Sachen Unternehmensvision.
  2. Iterieren und reflektieren Sie mehrmals über die Vision. Nutzen Sie die oben aufgeführten Eigenschaften einer guten Vision. Lassen Sie sich zudem von Beispielen von attraktiven Unternehmensvisionen inspirieren.
  3. Entscheiden Sie sich für die Unternehmensvision und verknüpfen diese mit ihren Unternehmenswerten. Definierte Vision und (bereits gelebte) Werte müssen zusammenpassen.
  4. Leben Sie Ihre Unternehmensvision vor. Konsequent, motiviert und mit voller Energie.
  5. Richten Sie Prozesse, Systeme und Organisation aktiv auf Vision und Werte aus. Schritt für Schritt. Unterstützen Sie Mitarbeiter, die Ihre Vision tragen.

In 5 Schritten eine Unternehmensvision aufstellen und verankern

Abgrenzung zur Mission eines Unternehmens

Mit einer Unternehmensvision beschreiben Sie das Zielbild Ihres Unternehmens. Die Mission hingegen beschreibt die Art, wie Sie dieses Ziel erreichen wollen. Kurz und prägnant, in ein bis zwei Sätzen. Erneut in Fragen ausgedrückt:

  • Welchen Weg haben wir als Unternehmen eingeschlagen um die Vision zu erfüllen?
  • Was machen wir konkret hier und heute, um unseren Kunden zu nutzen?
  • Welches Problem lösen wir tagtäglich für unsere Kunden?

Auch für eine gute Mission haben wir für Sie ein paar Beispiele für Sie parat:

“Bei Microsoft ist unsere Mission, Menschen und Unternehmen in die Lage zu versetzen ihr gesamtes Potential zu entfalten.”
– Microsoft

“Das Ziel von Google ist es, die Informationen der Welt zu organisieren und für alle zu jeder Zeit zugänglich und nutzbar zu machen.”
– Google

Ist das jetzt noch die Vision oder bereits die Mission?

Aus unserer Erfahrung sind beide Konzepte nicht ganz trennscharf. Generell richtet sich die Unternehmensvision eher nach Innen an die Mitarbeiter und bezeichnet einen zukünftigen Zeitpunkt. Die Mission hingegen zielt auf das Außen in der Gegenwart ab. Kunden und Partner sollen für das gegenwärtige Unternehmen inspiriert werden. Wo eine Vision langfristig ist (3 – 5 Jahre), kann sich eine Mission rascher ändern (im 1 – 2 Jahresrhythmus).

Wie gesagt: kann. Letztlich definieren Sie den Zweck und Einsatz beider Konzepte. Starten Sie mit der Vision und prüfen Sie anschließend inwieweit noch ‘Platz’ und Zusatznutzen für eine Unternehmensmission besteht.

Fazit

Während des Bundestagswahlkampfes prägt der Kanzler-Herausforderer Helmut Schmidt den Satz “Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.”. 2017. In turbulenten digitalen Zeiten ist das Konzept einer Unternehmensvision als Orientierungspunkt hochrelevant. Vielleicht sah Helmut Schmidt diese Entwicklung kommen und nutzte bewusst die Pluralform als er von ‘Visionen’ sprach.

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